| Namensinitiale statt Nachname | Viele Tamilen führen keinen vererbten Familiennamen: Dem Rufnamen steht die abgekürzte Initiale des Vaters voran (z. B. „R. Kumar“, R = Vatersname). Wird die Initiale als Nachname in ein deutsches Formular gesetzt, entstehen Personenverwechslung und Widersprüche zum Pass. | Wir ordnen Ruf- und Vatersname korrekt zu, lösen Initialen wo belegt auf und erläutern die Namensstruktur im Übersetzervermerk – die Zuordnung bleibt für das Amt eindeutig. |
| Stimmhaftigkeit nicht in der Schrift | Die tamilische Schrift hat je einen Buchstaben für ganze Lautgruppen: க steht für k/g/h, ப für p/b, த für t/d. Die Aussprache ergibt sich aus der Stellung. Eine mechanische Umschrift verwechselt daher leicht b/p oder d/t in Namen. | Namen und Ortsangaben werden nach festem Schema (ISO 15919 bzw. Pass-Schreibweise) und gegen das Ausgangsdokument geprüft übertragen – keine geratene Stimmhaftigkeit. |
| Fehlende Zeichen für Fremdlaute | Das native Alphabet kennt kein f, w, z oder sch. Zur Verfügung stehen nur die entlehnten Grantha-Zeichen ஜ ஷ ஸ ஹ (ja, ṣa, sa, ha) und die Aytam-Konstruktion ஃப für f – wer sie nicht einsetzt, macht aus „Fischer“ oder „Wolf“ eine unkenntliche Näherung. | Für Fremdlaute setzen wir diese Zeichen konsequent und stimmen die Schreibweise vorab ab – der Name bleibt rückübersetzbar und über alle Dokumente hinweg gleich. |
| Umgangssprache und vertraute Anrede im Amtstext | Schrift-Tamil (செந்தமிழ்) und gesprochenes Tamil unterscheiden sich stark in Verbendungen und Pronomen; dazu trennt Tamil die vertraute Anrede நீ von der höflichen நீங்கள். Ein Bescheid oder Vertrag in Alltagsformen und vertrauter Anrede liest sich für den Adressaten respektlos. | Amtliche, schulische und juristische Texte werden konsequent in der geschriebenen Sprache und durchgehend in der höflichen Anrede geführt; Umgangssprache nur dort, wo sie – etwa im Marketing – bewusst gewünscht ist. |
| Agglutinierte Endungen falsch getrennt | Tamil hängt Kasus und Postpositionen als Suffixe an und lässt sie zu langen Wortformen verschmelzen. Wer die deutschen Präpositionen einzeln „gegenüberstellt“, zerlegt die Wortform falsch und verschiebt den Bezug. | Muttersprachler analysieren die Morphologie im Ganzen und bilden Bezug und Kasus sinnwahrend nach – nicht Wort für Wort. |
| Pulli & Vokalzeichen verrutscht | Der Punkt „Pulli“ unterdrückt den inhärenten Vokal – aus க (ka) wird க் (k); Vokalzeichen stehen um den Konsonanten herum. Ein verschobenes oder fehlendes Zeichen macht aus einer Silbe eine andere – auf einer Urkunde ein Sachfehler. | Vokalzeichen und Pulli werden korrekt gesetzt und die Stapelung im fertigen PDF kontrolliert – jedes Zeichen sitzt an seiner Position. |
| Sri-lankische Urkunde mit indischer Amtsterminologie | Behördennamen, Registerstellen und Formeln unterscheiden sich zwischen Sri Lanka und Tamil Nadu – vom Registrar General’s Department in Colombo bis zur Kommunalverwaltung in Chennai. Wird das vermischt, benennt die Übersetzung Ämter, die für diese Urkunde nie zuständig waren. | Wir bestimmen das Ausstellungsland und verwenden die dort korrekten Bezeichnungen von Ämtern, Registern und Vermerken – samt des Echtheitsnachweises, der für dieses Land tatsächlich gilt. |
| Englischer Auszug statt der vorgelegten Fassung | Sri-lankische und indische Register geben Urkunden oft auch in englischer Fassung oder als englischen Auszug aus. Wer die Übersetzung auf den Auszug stützt, obwohl dem Amt das tamilische Original vorliegt, erzeugt Abweichungen bei Namen, Daten und Registernummern – und damit Rückfragen. | Wir klären vorab, welche Fassung Sie einreichen, und übersetzen genau dieses Dokument; Abweichungen zwischen tamilischer und englischer Fassung halten wir im Übersetzervermerk fest. |