| Zielschrift: Kyrillisch vs. Latein | Serbisch ist digraphisch. Wird die Urkunde in der falschen Schrift geliefert – oder Kyrillisch und Latein gemischt – weicht der Name vom Ausweis ab, und die Empfangsstelle kann die Fassung zurückweisen. | Wir legen die Zielschrift (ћирилица/latinica) vorab mit der Empfangsstelle fest und halten sie durchgängig; die Namensschreibung wird gegen Pass und Ausgangsdokument geprüft. |
| Namens-Transliteration fürs Standesamt | Ђ/Đ, Ћ/Ć, Џ/Dž, Ш/Š, Ж/Ž, Ч/Č, Њ/Nj, Љ/Lj haben keine deutschen Entsprechungen. Frei „eingedeutscht“ weicht der Name vom Pass ab – das erschwert die Identitätszuordnung und führt zu Rückfragen oder Zurückweisung. | Namen werden regelbasiert zwischen Kyrillisch und Latein transliteriert und exakt an die Ausweisschreibung angeglichen, nicht lautlich improvisiert. |
| ekavisch vs. ijekavisch | млеко (mleko) oder млијеко (mlijeko): Beide sind Standard, aber je nach Herkunftsregion erwartet. Die falsche Norm wirkt wie eine fremde Varietät. | Die zur Herkunft und Zielstelle passende Aussprachenorm wird durchgängig gehalten – im Fließtext wie in Eigennamen und Terminologie. |
| Standardserbisch vs. verwandte Standards | Serbisch, Kroatisch und Bosnisch teilen eine štokavische Basis, folgen aber eigenen Normen: хлеб gegenüber kruh, воз gegenüber vlak, dazu andere Fach- und Behördenwörter. Gemischt entsteht eine Fassung, die keiner der Standardsprachen entspricht. | Wir übersetzen durchgängig in normiertes Standardserbisch und halten es sauber von den verwandten Standardsprachen getrennt. |
| Sieben Kasus samt Vokativ | Serbisch dekliniert Nomen, Namen und Adjektive über sieben Fälle inklusive Vokativ. Wer deutsche Strukturen durchreicht, produziert unnatürliche oder falsche Endungen – auf Urkunden sichtbar. | Formuliert wird aus der Zielsprache heraus, mit korrekten Kasus- und Vokativformen statt wörtlich übertragener deutscher Syntax. |
| Movierte Berufs- & Abschlussbezeichnungen | Serbisch bildet feminine Formen (преводилац/преводитељка, професор/професорка). Ein „diplomirani“ statt „diplomirana“ auf dem Zeugnis einer Frau ist ein Sachfehler, kein Stildetail. | Berufs-, Titel- und Abschlussbezeichnungen werden geschlechtskorrekt zur Person gesetzt und mit dem Ausgangsdokument abgeglichen. |
| Verbalaspekt (свршени/несвршени) | Serbisch unterscheidet vollendeten und unvollendeten Aspekt. In Verträgen und Bescheiden entscheidet der Aspekt darüber, ob eine Handlung als einmalig-abgeschlossen oder dauerhaft gilt. | Der Aspekt wird bewusst gewählt, damit Einmaligkeit, Wiederholung und Dauer rechtlich korrekt abgebildet sind – nicht dem Zufall überlassen. |
| „судски преводилац“ ≠ „vereidigter Übersetzer“ | In Serbien beglaubigt ein vom Justizministerium bestellter стални судски преводилац/тумач; in Deutschland ein gerichtlich vereidigter Übersetzer. Die Systeme sind nicht deckungsgleich. | Wir klären vorab, wo das Dokument gelten soll, und setzen die passende Form an: bestätigte Übersetzung für DE/AT bzw. den Weg über einen судски тумач für Serbien. |