| Lakh/Crore und Devanagari-Ziffern | Im indischen System steht 5,00,000 für fünf Lakh, also 500.000 – gruppiert wird von rechts zuerst dreistellig, danach in Zweiergruppen, nicht durchgehend in Dreiergruppen. Dazu erscheinen Beträge, Aktenzeichen und Datumsangaben oft in indischen Ziffern (०=0, १=1, २=2). Wer die Kommas als Tausender liest, verrechnet sich um Zehnerpotenzen. | Beträge, Ziffern und Aktenzeichen werden in die deutsche Konvention überführt und Stelle für Stelle gegen das Original geprüft; Lakh und Crore werden ausgeschrieben statt zeichengleich übernommen. |
| Namensumschrift weicht vom Reisepass ab | Devanagari kennt keine Groß- und Kleinschreibung, markiert Vokallängen mit Matra-Zeichen und tilgt das inhärente „a“ am Wortende: राम ist „Ram“, nicht „Rama“. Die Passschreibweise weicht deshalb regelmäßig von der Lehrbuch-Umschrift ab – und eine andere Namensform lässt Urkunde und Ausweis auseinanderfallen. | Jede Namensform wird an Reisepass, Visum und vorhandenen deutschen Bescheiden abgeglichen – nicht frei transkribiert, sondern konsistent zur amtlichen Schreibweise geführt. |
| „S/o“, „W/o“, „D/o“ und der fehlende Familienname | Indische Urkunden führen Personen häufig über den Vaters- oder Ehemannsnamen (son of, wife of, daughter of); ein Familienname im deutschen Sinn fehlt bisweilen ganz oder erscheint nur als Initial. Wird das Feld einfach als „Nachname“ übernommen, entsteht eine Person, die es standesamtlich nicht gibt. | Die Felder werden als das übersetzt, was sie sind, und die Verwandtschaftsangabe bleibt sichtbar – das Standesamt kann Vor-, Familien- und Geburtsnamen sauber zuordnen, statt sie zu raten. |
| Hindi und Urdu vermischt | Gesprochen sind beide weitgehend dieselbe Alltagssprache; geschrieben nutzt Hindi die Devanagari-Schrift mit sanskritischem Fachwortschatz, Urdu die perso-arabische Nastaliq-Schrift mit persisch-arabischem. In Familien mit Bezug nach Pakistan oder Nordindien liegen beide Varianten nebeneinander vor. | Die tatsächliche Ausgangssprache wird am Scan bestimmt, bevor ein Angebot herausgeht; für Urdu setzen wir eigene muttersprachliche Übersetzer ein statt einer Hindi-Näherung. |
| Amts-Hindi wie Alltagssprache behandelt | Behörden- und Vertragstexte folgen einem stark sanskritisierten Register (सरकारी हिंदी) mit eigener Terminologie für Rechtsbegriffe, Fristen und Ämter. Wer im Alltagsregister formuliert, liefert einen Text, den die Zielstelle als unamtlich erkennt – und umgekehrt wird eine Bedienungsanleitung im Amtsregister für Anwender unlesbar. | Register und Terminologie werden nach Dokumenttyp und Empfänger festgelegt: behördenübliches Hindi für Amtstexte, verständliches Standard-Hindi für Anleitungen und Schulungsunterlagen. |
| Höflichkeitsebene falsch gewählt | Hindi unterscheidet आप (respektvoll), तुम (vertraut) und तू (intim oder herablassend). In einem Anschreiben, einem Vertrag oder einer Sicherheitsanweisung wirkt die falsche Ebene anmaßend oder unangemessen distanzlos. | Die Anredeebene wird nach Dokumenttyp und Empfänger festgelegt und konsequent durchgehalten – amtlich und geschäftlich in der Regel आप. |
| Genus-Kongruenz übergangen | Das grammatische Geschlecht beugt Verben und Adjektive: „ich ging“ heißt für einen Mann मैं गया, für eine Frau मैं गई. Falsches Genus in einer eidesstattlichen Erklärung oder einem Zeugnis verrät die Laienübersetzung sofort. | Muttersprachler führen die Genus-Kongruenz über den gesamten Text und gleichen sie mit den Personendaten des Dokuments ab. |
| Nasalzeichen verwechselt (Anusvara / Chandrabindu) | Anusvara und Chandrabindu unterscheiden Wörter: हंस (Schwan) gegen हँस (lachen). Ein fehlender oder falscher Nasalpunkt macht aus einem Wort ein anderes – in Namen und Fachbegriffen sinnentstellend. | Nasalierung wird zeichengenau gesetzt und geprüft; kritische Wörter und Eigennamen werden gegen das Original kontrolliert. |