| Fokus-/Trigger-Verbsystem ignoriert | Filipino kennt kein deutsches Aktiv/Passiv, sondern ein Fokus-System: Bumili (Akteur-Fokus) vs. Binili (Objekt-Fokus) verschiebt, wer handelt und was im Mittelpunkt steht. Wer stur „übersetzt“, vertauscht Subjekt und Objekt. | Muttersprachler wählen Affix (mag-, -um-, -in, i-, -an) und den ang-markierten Fokus nach dem Sinn des Ausgangssatzes – die Handlungsrichtung bleibt korrekt. |
| Aspekt und Mehrzahl verwechselt | Beides wird anders gebildet, als es aussieht: Der laufende Aspekt entsteht durch Silbenverdopplung (sulat → sumusulat „schreibt gerade“), die Mehrzahl dagegen durch den vorangestellten Partikel mga (mga bata „Kinder“) – eine verdoppelte Form wie batang-bata heißt nicht „Kinder“, sondern „blutjung“. Wer die Verdopplung für den Plural hält, ändert Zahl oder Zeitstufe einer Erklärung. | Aspekt (abgeschlossen, laufend, bevorstehend) und Numerus werden getrennt gebildet, statt eine deutsche Zeitform oder Pluralendung 1:1 zu spiegeln. |
| Spanische „falsche Freunde“ | siguro heißt nicht „sicher“ (span. seguro), sondern „vielleicht“; syempre nicht „immer“ (siempre), sondern „natürlich“. Ein einziges Wort verdreht die Aussage einer Vollmacht oder Erklärung. | Spanischstämmige Wörter werden nach ihrer heutigen Bedeutung im Filipino übersetzt, nicht nach dem spanischen Ursprung – kritische Begriffe sind in der Terminologie hinterlegt. |
| Höflichkeit po/opo falsch dosiert | Ohne po/opo wirkt ein Schreiben schroff; zu viel wirkt umständlich. Im formellen Register gelten wieder andere Regeln als im mündlichen. Der falsche Ton beschädigt Anträge und persönliche Erklärungen. | Register und Anrede werden auf Zweck und Adressat abgestimmt – behördlich-nüchtern oder respektvoll-persönlich, konsistent über das Dokument. |
| PSA-Urkunde ist englisch – falsch beauftragt | Viele PSA-Dokumente (Geburt, Heirat, CENOMAR, NBI-Clearance) sind bereits auf Englisch ausgestellt. Wer pauschal „aus dem Tagalog“ bestellt, zahlt für die falsche Sprachrichtung; Filipino-Passagen bleiben dagegen unübersetzt. | Wir prüfen die tatsächliche Ausgangssprache jedes Dokuments vorab und beauftragen gezielt Englisch–Deutsch oder Filipino–Deutsch – Mischdokumente teilbezogen. |
| Name: „middle name“ als zweiter Vorname | Philippinische Namen folgen der spanischen Ordnung: Vorname(n), mütterlicher Mädchenname als „middle name“, väterlicher Nachname. Wird der middle name als Vorname eingeordnet, passt die Person nicht mehr über Pass, Urkunde und Antrag zusammen. | Namensbestandteile werden 1:1 aus dem Pass übernommen und korrekt als Vorname / middle name / Nachname zugeordnet – inklusive der Buchstaben ñ und span. Schreibungen. |
| Spanische Nachnamen „übersetzt“ oder verändert | Filipinos tragen seit dem Dekret von 1849 (Catálogo de apellidos) massenhaft spanische Nachnamen – de la Cruz, Bautista, Santos. Sie sind Eigennamen, kein zu übersetzendes Wort; „eingedeutschte“ oder normalisierte Formen erzeugen einen anderen Namen. | Eigennamen bleiben unangetastet in Originalschreibung; Präfixe (de la, del) und Groß-/Kleinschreibung werden exakt gehalten und gegen den Ausweis geprüft. |
| Datum, „Jr./Sr.“ & Suffixe übergangen | Namenssuffixe wie Jr., Sr., III gehören zum Rechtsnamen und stehen auf PSA-Urkunden; philippinische Datumsangaben folgen oft dem US-Format (Monat/Tag/Jahr). Übergangen oder umgestellt entstehen Identitäts- und Datumsfehler. | Suffixe werden als Namensbestandteil geführt; Datumsangaben werden eindeutig ausgeschrieben und Ziffer für Ziffer gegen das Original geprüft. |