| Klassenkongruenz gebrochen, Tempuspräfix vertauscht | Adjektiv, Zahlwort und Verb tragen das Klassenpräfix des Substantivs; Zeit und Person stecken ebenfalls im Verbpräfix (-li- Vergangenheit, -ta- Zukunft). Wer die Kette abreißen lässt oder ein Präfix vertauscht, schreibt nicht nur ungrammatisch, sondern verschiebt in Urteil und Vertrag die Zeitstufe. | Muttersprachler führen die Klassenkongruenz durchgängig und gleichen jedes Tempuspräfix gegen den Sinn des Ausgangstexts ab – geprüft im Vier-Augen-Prinzip nach ISO 17100. |
| Amtsbezeichnung zum deutschen Amt gemacht | Afisa Mtendaji wa Kata (Ward Executive Officer), Mtendaji wa Kijiji (Village Executive Officer) oder der kenianische Chief sind Verwaltungsämter ohne deutsches Gegenstück. Wer daraus „Bürgermeister“ oder „Standesbeamter“ macht, behauptet eine Zuständigkeit, die die prüfende Stelle anschließend nirgends findet. | Amts- und Behördenbezeichnungen bleiben im Original stehen und werden erläutert – die ausstellende Stelle bleibt für die deutsche Behörde identifizierbar. |
| Verwandtschaftsgrade eingeebnet | Kiswahili unterscheidet, was das Deutsche zusammenzieht: mjomba ist der Bruder der Mutter, baba mdogo und baba mkubwa sind jüngerer und älterer Bruder des Vaters, ndugu reicht von Geschwister bis Verwandter. Ein pauschaler „Onkel“ löscht in Sorgerechts-, Vormundschafts- und Nachzugsakten genau die Abstammungslinie, auf die es ankommt. | Verwandtschaftsbezeichnungen werden mit der Linie übersetzt, die das Original angibt, und wo es auf den Wortlaut ankommt mit dem Originalbegriff belegt. |
| Cheti und hati verwechselt | Cheti ist die Bescheinigung (cheti cha kuzaliwa – Geburtsurkunde), hati die Urkunde im engeren Sinn (hati ya kiapo – eidesstattliche Erklärung, hati ya kusafiria – Reisepass, hati miliki – Eigentumsurkunde). Wer beides mit „Urkunde“ übersetzt, verwischt, welchen Beweiswert das Papier hat. | Dokumentarten werden nach ihrer Funktion benannt – Bescheinigung, eidesstattliche Erklärung, Eigentumsurkunde – statt zu einem Sammelbegriff verschmolzen. |
| Talaka als Gerichtsentscheidung ausgegeben | Talaka bezeichnet die Scheidung allgemein – die religiös erklärte ebenso wie die gerichtlich ausgesprochene. Auf Sansibar entscheiden Kadhi-Gerichte über muslimische Personenstandssachen, auf dem tansanischen Festland und in Kenia daneben die staatlichen Gerichte. Für die deutsche Stelle hängt an diesem Unterschied, ob die Scheidung hier überhaupt anerkannt werden kann. | Wir übersetzen sichtbar, welche Stelle entschieden hat und in welcher Form – gerichtliche Entscheidung, Registrierung oder Erklärung bleiben unterscheidbar. |
| Suaheli-Stundenzählung wörtlich übernommen | Die traditionelle Zählung beginnt bei Sonnenaufgang: saa moja asubuhi ist etwa 7 Uhr, nicht 1 Uhr. In handschriftlichen Aussagen, Behördenschreiben und Terminangaben taucht sie regelmäßig auf; zeichengleich übernommen entsteht eine um sechs Stunden falsche Uhrzeit. | Zeitangaben werden zwischen ostafrikanischer und mitteleuropäischer Konvention umgerechnet und, wo der Wortlaut zählt, zusätzlich im Original belegt. |
| Namen und Umschrift weichen vom Pass ab | An der Küste und auf Sansibar erscheinen Namen mit bin und binti („Sohn/Tochter von“) und in wechselnder Umschrift arabischen Ursprungs – Mohammed, Muhamed, Muhammad. Weicht die Urkunde vom Reisepass ab, fallen Personenstandsakte und Aufenthaltsakte auseinander. | Namen werden zeichengenau in Ihrer Passschreibweise geführt; abweichende Schreibungen der Urkunde bleiben als solche vermerkt, statt stillschweigend angeglichen zu werden. |
| Schulnoten in deutsche Noten „übersetzt“ | Tansanische Sekundarabschlüsse werden in Divisions ausgewiesen, kenianische in KCSE-Mean-Grades von A bis E, Grundschulzeugnisse aus Tansania sind auf Kiswahili verfasst. Wer daraus „Note 1“ oder „sehr gut“ macht, behauptet eine Umrechnung, die keine deutsche Stelle vorgenommen hat. | Skala, Abschlussbezeichnung und ausstellende Einrichtung werden im Original mit Erläuterung übertragen – die Einordnung bleibt Hochschule oder Bewertungsstelle überlassen. |
| Standard-Kiswahili und regionales Register vermischt | Schriftnorm ist das Standard-Kiswahili Tansanias und Sansibars. Kenianische Texte greifen häufiger zu englischen Entlehnungen, im Ostkongo prägt das als Kingwana bekannte Register die Sprache. Ein amtlicher Text in der falschen Varietät liest sich am Zielort fremd. | Wir legen die Zielvarietät vor Projektbeginn fest – in der Regel Kiswahili sanifu – und halten sie über geprüfte Terminologie und Translation Memory konsistent durch. |