| Sprache des Vordrucks mit Sprache des Eintrags verwechselt | Belarus hat zwei Amtssprachen. Ein Formular kann belarussisch bedruckt, aber russisch ausgefüllt sein – oder umgekehrt. Wer nur den Kopf des Vordrucks liest, überträgt Namen und Orte aus der falschen Fassung und erzeugt Abweichungen, die im Melderegister als andere Person ankommen. | Wir bestimmen für jedes Feld, in welcher Sprache es tatsächlich ausgefüllt ist, und übertragen die maßgebliche Fassung – mit Vermerk, wenn Vordruck und Eintrag auseinanderfallen. |
| Drei Namensfassungen gegeneinander ausgespielt | Standesamt (ISO 9: Іваноў → Ìvanoŭ), belarussischer Pass (Ivanou oder Ivanov, je nach gewählter Ausgangsform) und russischsprachige Alturkunde (Иванов) beschreiben denselben Menschen. Steht nur eine Form kommentarlos im Dokument, prüft die Behörde die Identität nach. | Wir setzen die von der Stelle erwartete Form an und vermerken die Passschreibweise, sodass alle vorhandenen Fassungen einander zugeordnet bleiben. |
| Buchstabe ў als у oder в erfasst | Das kurze u (ў, у нескладовае) ist ein eigener Buchstabe des belarussischen Alphabets und in ISO 9 als ŭ abzubilden. Wird es zu у oder в vereinfacht, ändert sich der Nachname – und passt nicht mehr zum Ausweis. | ў wird als eigenes Zeichen erfasst und in Namen Zeichen für Zeichen gegen Pass und Original geprüft. |
| і, Apostroph und дз/дж verloren | Das belarussische Alphabet kennt і statt и und kein щ; statt eines harten Zeichens steht ein Apostroph, und дз wie дж sind feste Verbindungen. Wer mit einem russischen Zeicheninventar erfasst, ersetzt sie stillschweigend durch ähnlich aussehende. | Wir erfassen belarussische Namen mit dem belarussischen Zeicheninventar und bilden jedes Zeichen normgerecht in der Umschrift ab. |
| Vatersname als zweiter Vorname geführt | Der Vatersname (імя па бацьку, Endungen -віч/-аўна) ist ein eigener Namensbestandteil. Wird er als Zweitname oder als Teil des Nachnamens eingetragen, entsteht im deutschen Register eine Person, die es im Pass nicht gibt. | Das Patronym wird als solches gekennzeichnet und den Namensbestandteilen so zugeordnet, wie die deutsche Stelle sie erfasst. |
| Notenskala in die falsche Richtung gelesen | An belarussischen Hochschulen gilt seit 2002/03 die 10-Punkte-Skala mit 10 als Bestnote und 4 als Bestehensgrenze; ältere sowjetische Zeugnisse nutzen die 5-Punkte-Skala mit 5 als Bestnote. Nach deutschem Muster gelesen wird aus einer sehr guten „5“ ein „mangelhaft“. | Die Note bleibt im Original stehen, Skala, Bestwert und Bestehensgrenze werden benannt; die Umrechnung überlassen wir der Stelle, die dafür zuständig ist. |
| Ortsname in der Fassung übertragen, die nicht im Dokument steht | Dieselbe Stadt heißt Homel oder Gomel, Hrodna oder Grodno, Mahiljou oder Mogiljow – je nachdem, ob die belarussische oder die über das Russische geprägte Form zugrunde liegt. Weicht die Übersetzung vom Eintrag ab, findet die Behörde den Geburtsort nicht wieder. | Wir übertragen den Ortsnamen in der Fassung, die auf der Urkunde steht, und vermerken die abweichende Form, wo sie für den Abgleich gebraucht wird. |
| Alturkunde aus der BSSR wie ein heutiger Vordruck behandelt | Urkunden aus sowjetischer Zeit tragen andere Behördenbezeichnungen, Formularnummern und Randvermerke als heutige belarussische Dokumente, und viele sind russischsprachig. Wer die Vordrucke nicht kennt, überträgt Stempel und Nachträge falsch oder lässt sie weg. | Wir erkennen Vordruck, Ausstellungszeit und ausstellende Stelle, übertragen Behördennamen und Randvermerke vollständig und bilden Registerangaben ab. |